Medikamentöse Therapie bei Makulaerkrankungen

Wenn das Sehen schlechter wird

Bei zahlreichen Erkrankungen der Netzhaut des Auges kann das Wahrnehmen feiner Details, das Lesen und das Erkennen von Gesichtern zunehmend schwieriger werden. Auch Störungen der Farbwahrnehmung, Blendempfindlichkeit und Kontrastschwäche können auftreten. Die wichtigsten und häufigsten dieser Erkrankungen sind die altersbedingte Makuladegeneration, die Zuckererkrankung der Netzhaut und eine Netzhautschwellung nach venösen Gefäßverschlüssen. Noch vor wenigen Jahren standen uns Augenärzten bei vielen dieser Erkrankungen nur wenige – und oftmals auch für die Betroffenen unbefriedigende – Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. In den letzten Jahren hat sich diese Situation jedoch grundlegend geändert.

Normale Sicht

verzerrtes Sehen (Metamorphopsien)

fortgeschrittene Sehstörung mit zentralem Defekt

Mittlerweile gibt es verschiedene Medikamente, welche zur Behandlung von Schwellungen der „Stelle des schärfsten Sehens“ (Makula) bei unterschiedlichen Ursachen eingesetzt werden können. Hierzu gehören mittlerweile mehrere zur Behandlung dieser Makulaerkrankungen zugelassene Medikamente: Lucentis®, Ozurdex®, Eylea®, Beovu® und Iluvien®. Außerdem gibt es weitere offiziell nicht zugelassene, aber in Ihrer Wirksamkeit und Sicherheit gleich gute und bewährte Medikamente, wie z.B. Avastin®.

So kann bei einem Großteil der Betroffenen ein Erhalt des Sehens und sogar auch eine Verbesserung der Sehschärfe erreicht werden. Der Erhalt der Lesefähigkeit und der Selbständigkeit im Alltag stehen dabei an erster Stelle.

 

Im Vorfeld eines solchen Eingriffes ist eine sorgfältige Untersuchung der Netzhaut mit Darstellung der Gefäße (Fluoreszenzangiographie) und der zentralen Netzhaut (Optische Cohärenz-Tomographie-OCT) erforderlich. Im weiteren Verlauf der Behandlung und zur Nachkontrolle wird meist die OCT-Diagnostik verwendet, da hiermit sehr einfach und am zuverlässigsten ein Erfolg der Behandlung nachgewiesen werden kann. Eine OCT-Untersuchung ist nicht invasiv, dauert nur einige Sekunden und stellt somit keine Belastung für den Patienten dar. Leider ist die OCT bisher nicht bei allen Erkrankungen Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen und die Kosten hierfür werden nur bei wenigen Diagnosen oder von einigen Krankenkassen im Rahmen spezieller Behandlungsverträge übernommen. Bei den übrigen Fällen müssen die Patienten die Kosten hierfür jedoch nach wie vor selbst übernehmen. Oft werden die Kosten aber auch von sog. Zusatzversicherungen erstattet.

Bei einer solchen Operation spritzt der Augenarzt unter örtlicher Betäubung ein Medikament in das Innere des Augapfels. So gelangt der Wirkstoff leicht an die Netzhaut und kann kaum Nebenwirkungen in den übrigen Organen verursachen. Besondere Hüllsubstanzen für einige der Arzneistoffe ermöglichen darüber hinaus eine langsame und kontinuierliche Freisetzung des Medikamentes. So entfaltet sich die Wirkung nach und nach und hält über längere Zeiträume an. Eine IVOM ist ein minimalinvasiver Eingriff. Bei diesem Eingriff besteht jedoch prinzipiell ein sehr geringes Risiko: kleinere Bindehautblutungen sind harmlos. Fremdkörpergefühl und leichte Schmerzen können insbesondere in den ersten beiden Tagen nach der Behandlung auftreten. Schwerere Komplikationen wie Entzündungen des Augeninneren oder Defekte an der Netzhaut sind selten und werden bei der Kontrolle in der Praxis ausgeschlossen.

Makula

Wir führen aus diesen Gründen diese Behandlung nur in einem voll ausgestatteten und für Operationen im Auge geeigneten OP-Saal durch.Insgesamt ist bei diesem Eingriff mit unerwünschten Wirkungen oder Komplikationen nur extrem selten zu rechnen. In der Regel folgen daraus keine dauerhaften Schäden. Zogen viele der betreffenden Erkrankungen vor wenigen Jahren noch den Verlust der zentralen Sehschärfe, der Lesefähigkeit und teilweise auch der Selbständigkeit oder sogar der Erwerbsfähigkeit nach sich, gibt es mittlerweile bewährte und sichere Behandlungsoptionen. Auf diese Weise kann insbesondere bei früher Diagnosestellung einem Großteil der Betroffenen heutzutage gut und zuverlässig geholfen werden. Gehen Sie auf Nummer sicher –lassen Sie Ihre Augen überprüfen. Eine früh erkannte Erkrankung kann auch früher behandelt werden.

Weitere Schwerpunkte

Grauer Star

Cataract – Grauer Star

Beim Grauen Star handelt es sich um die Trübung der Augenlinse. Es gibt verschiedene Ursachen für die Linsentrübung. Der Graue Star kann grundsätzlich in allen Altersgruppen auftreten.

Altersbedingte Makuladegenertion

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Bei der altersbedingten Makuladegeneration kommt es aufgrund verschiedener Stoffwechselstörungen zu einer Schädigung und einem Umbau der Makula, welche mit einer Zerstörung der Sinneszellen einhergeht.

Netzhautablösung

Netzhautablösung

Die innere lichtempfindliche Schicht der Netzhaut wird – ausgelöst durch unterschiedliche Ursachen – von ihrer Unterlage abgehoben.

Trockenes Auge

Das trockene Auge ist eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche, die durch eine Verminderung der Tränenmenge oder durch eine verstärkte Verdunstung des Tränenfilms hervorgerufen wird.

OCT - Optische Cohärenz-Tomographie

OCT – Optische Cohärenz-Tomographie

Viele folgenschwere Erkrankungen des Augenhintergrunds gehen bereits im Anfangsstadium mit einer Veränderung der Netzhaut einher. Oft erst sehr viel später kommt es zu einer für den Betroffenen merkbaren Einschränkung des Sehvermögens.