Cataract – Grauer Star

Was ist der Graue Star?

Beim Grauen Star handelt es sich um die Trübung der Augenlinse. Es gibt verschiedene Ursachen für die Linsentrübung. Der Graue Star kann grundsätzlich in allen Altersgruppen auftreten.

Er kann angeboren sein, verletzungsbedingt und durch bestimmte Medikamente oder Stoffwechselstörungen verursacht. In aller Regel aber tritt der Graue Star im fortgeschrittenen Alter auf, weil sich die ursprünglich klare Linse im Laufe des Lebens ganz allmählich eintrübt.
Frühform Cataract

Frühform Cataract

Fortgeschrittene Cataract

Fortgeschrittene Cataract

komplett durchgetrübte Linse

komplett durchgetrübte Linse

Die Linsentrübung kann zu erheblichen Sehbeeinträchtigungen führen:

Die ersten Anzeichen sind zunehmende Lichtempfindlichkeit und abnehmende Sehschärfe. Im weiteren Verlauf verlieren die Farben an Leuchtkraft, Konturen verwischen, der Seheindruck gleicht dem Blick durch eine Milchglasscheibe. Verschwommensehen, Blendung, Doppelbilder, zunehmende Kurzsichtigkeit und die Herabsetzung der Sehschärfe sind typische Beschwerden. Bei weit fortgeschrittener Linsentrübung ist diese als weißliche oder bräunliche Verfärbung hinter der Pupille erkennbar.

normale Sicht

Sicht mit Grauem Star

Eine Behandlung der Linsentrübung ist bislang nur mittels Operation möglich. Die Operation wird in der Regel in örtlicher Betäubung durchgeführt. In Ausnahmefällen und bei Kindern ist eine Vollnarkose erforderlich. Meist erfolgt der Eingriff ambulant und dauert normalerweise 15-20 Minuten.

Bei der Operation (Phakoemulsifikation) erfolgt die Entfernung der körpereigenen Linse und das Einsetzen einer künstlichen Linse. Bei der Phakoemulsifikation wird der Linsenkern zerteilt und dann abgesaugt. Die Zerteilung erfolgt mit Ultraschall bzw. seit wenigen Jahren zunehmend auch mit dem Laser. Die Laseroperation ist allerdings keine Kassenleistung. Die Operation kann über einen Schnitt von 3,5 mm oder kleiner erfolgen. Dies wird möglich durch den Einsatz von faltbaren künstlichen Linsen. Durch den kleineren Schnitt kommt es schneller zur Erholung nach der Operation und zu weniger Komplikationen, als dies früher der Fall war.

Hornhautschnitt

1 Hornhautschnitt

Eröffnung der Linsenkapsel

2 Eröffnung der Linsenkapsel

Zerkleinerung und Absaugen der Linse

3 Zerkleinerung und Absaugen der Linse

Implantation der Kunststofflinse

4 Implantation der Kunststofflinse

Welche Linsen am Ende der Operation implantiert werden hängt von vielerlei Faktoren ab:
Zum einen, ob die Operation regulär verlaufen ist und ob es ggf. spezielle anatomische Verhältnisse gibt, zum anderen teilweise auch vom Alter des Patienten und von eventuell vorliegenden anderen Augenerkrankungen.

Monofokallinse

Monofokallinsen Heute der Standardlinsentyp, ermöglicht ein scharfes Sehen weitgehend ohne Brille in der Regel in der Ferne, oder in der Nähe, wenn dies gewünscht ist.

Torische Linse

Torische Linsen Bei Vorliegen eines höheren Astigmatismus kann zum besseren Sehergebnis eine solche Linse implantiert werden; somit kann eine bessere Sehschärfe erreicht werden.

Multifokallinse

Multifokallinsen Durch spezielle optische Eigenschaften kann hiermit ein scharfes Sehen in der Ferne und in der Nähe erreicht werden, dies kann jedoch nicht in jedem Fall garantiert werden.

Torische Multifokallinse

Torische Multifokallinsen Diese vereinen die Vorteile der torischen und der Multifokallinsen in sich.

Blaufilterlinse

Blaufilterlinsen Diese Linsen filtern die schädlichen Anteile des Lichts im blauen Farbbereich heraus; Anwendung hauptsächlich bei altersbedingter Makuladegeneration oder bei eher jungen Patienten.

Im Jugend- und Erwachsenenalter wird der Graue Star dann operiert, wenn dieser zu merklichen Beeinträchtigungen des Sehens führt. Bei besonderen beruflichen Erfordernissen kann der Graue Star teilweise. deutlich früher operiert werden, wenn dadurch die Berufsausübung gewährleistet wird. Der Patient kann den Operationszeitpunkt mitbestimmen.

Der angeborene Graue Star sollte so schnell wie möglich operiert werden. Nur dann besteht die Möglichkeit, dass das Kind sehen lernt.

Mit den modernen Operationsmöglichkeiten ist das Risiko insgesamt sehr gering. Schwierigkeiten können v.a. auftreten, wenn der Graue Star nach Augen- oder Linsenverletzungen operiert wird. In solchen Fällen ist der Halteapparat der Linse häufig mit verletzt. Postoperative Infektionen mit dauerhaften Komplikationen treten nur extrem selten auf. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass über 99% der Patienten nach einer Staroperation besser sehen können.

Die verordneten Augentropfen müssen regelmäßig angewendet werden. Eine regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Augenarzt ist erforderlich. In der Regel ist schon nach kurzer Zeit Lesen, Fernsehen, Computertätigkeit, bei guter Sehschärfe auch Autofahren möglich.

Alle normalen körperlichen Belastungen und Versorgungen im Haushalt können durchgeführt werden.

Zu vermeiden sind körperliche Anstrengung, Sport und Tätigkeiten, bei denen vermehrt Schmutz und Staub anfällt. Saunen und Schwimmbäder sollten sicherheitshalber in den ersten 2-3 Wochen gemieden werden.

Patienten erhalten nach einer Operation von uns ein entsprechendes Merkblatt mit Verhaltensempfehlungen und einem Tropfenplan.

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OCT – Optische Cohärenz-Tomographie

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