Es juckt und tränt…

…denn die Pollensaison ist längst in vollem Gange. Ungefähr die Hälfte aller Europäer leidet unter einer saisonalen allergischen Bindehautentzündung, meist kombiniert mit laufender Nase. Manche sind nur von den Frühblühern wie z.B. Haselnuss oder Birke betroffen, die schon im Januar loslegen, manche nur von den Gräserpollen ab Mai/Juni, viele haben mehrere Pollenallergien fast das ganze Jahr über. Die gleichen Symptome rufen auch ganzjährig die Allergien gegen Hausstaubmilben, Tierschuppen/-haare und Schimmelsporen hervor.

Neu auftreten können die Allergien in jedem Lebensalter. Oft besteht eine genetische Veranlagung in der Familie. Die steigende Häufigkeit scheint u.a. einen Zusammenhang mit der Luftverschmutzung in Ballungsräumen und mit übertriebener Hygiene in der frühen Kindheit zu haben.

Wenn es am Auge juckt

Die Symptome am Auge sind oft eindeutig: geschwollene Lider, glasige, gerötete Bindehaut, Juckreiz und Tränen. Sie werden selten durch virale Bindehautentzündungen imitiert. Oft gibt es Überschneidungen mit Symptomen des trockenen Auges, die auch Juckreiz miteinschließen können. Auch ist die allergische Konjunktivitis gerne mit Fremdkörpergefühl im Auge verbunden, ganz wie das trockene Auge.

Falls der Allergieauslöser nicht bekannt ist, kann der Hautarzt über den sogenannten Prick-Test und Blutuntersuchungen helfen, das Allergen identifizieren. Allerdings ist die allergische Reaktion manchmal auf die Schleimhaut des Augen-Nase-Bereichs beschränkt, so dass die Tests negativ oder nicht eindeutig ausfallen. Hier hilft dann eher die genaue Analyse der Umstände, unter denen die Beschwerden auftreten.

Wie wird es besser?

Zunächst gilt es zu versuchen, das Allergen zu meiden. Gegen Hausstaubmilben gibt es viele Möglichkeiten wie z.B. das Entfernen von Teppichen und allergenabweisende Bettwäsche. Bei Pollenallergien wird die Allergenkarenz schon schwieriger – der Pollenallergiker freut sich über regnerische Wetterlagen, aktive Maßnahmen wie Filter in Klimaanlagen sind schon speziell.

Wenn es an den Augen juckt, sollte man auf keinen Fall reiben – dies macht alles nur noch schlimmer. Hier hilft am besten unmittelbare Kühlung, z.B. durch ein mit kaltem Wasser getränktes Tuch oder einen Eisbeutel.

Welche Medikamente helfen?

Milden Beschwerden an den Augen kann oft durch den spülenden und kühlenden Effekt mit einem Tränenersatzmittel abgeholfen werden. Bei ausgeprägten Symptomen gibt es eine recht große Auswahl an antiallergischen Augentropfen. Hier unterscheidet man die Gruppe der sogenannten Antihistaminika, die den für die allergische Reaktion sehr wichtigen Botenstoff Histamin blockieren. Daneben gibt es die sog. Mastzellstabilisatoren, die bestimmte Zellen in der Schleimhaut daran hindern, Histamin und andere Botenstoffe auszuschütten. Mastzellstabilisatoren entfalten ihre Wirkung im Gegensatz zu den Antihistaminika etwas verzögert nach wenigen Tagen.

Es gibt Kombinationspräparate aus beiden Wirkstoffgruppen, die so eine schnelle Wirksamkeit und einen nachhaltigeren Effekt kombinieren. Sie sind auch schon für Kinder zugelassen.

Bei ausgeprägten Beschwerden ist es sinnvoll, die Augentropfen regelmäßig anzuwenden, je nach Präparat 2-4x täglich, so dass man den Symptomen nicht „hinterherläuft“.

Reichen Augentropfen nicht aus, z.B. bei Beschwerden im Nasen-Rachen-Bereich, sind Antihistaminika in Tablettenform verfügbar. Die aktuellen Präparate machen weniger müde als die früheren, haben aber leider trotzdem einen gewissen sedierenden Effekt. Man kann sie mit antiallergischen Augentropfen gut kombinieren.

Gut ist, dass es bei diesen Wirkstoffen keine negativen Effekte durch Langzeitgebrauch gibt – Menschen mit mehreren Allergien sollten allerdings zu Konservierungsmittelfreien Augentropfen greifen.

Überlegenswert ist immer eine Hyposensibilisierungsbehandlung beim Dermatologen mit dem Ziel, die Symptome und den Bedarf an Medikation zu vermindern. Auch der gefürchtete „Etagenwechsel“ von allergischer Rhinokonjunktivitis zu einem allergischen Bronchialasthma tritt hiernach seltener auf.

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